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Treffpunkt Klassik

Hier dreht sich alles um Klassik: im Treffpunkt Klassik von SWR2 sprechen wir mit Künstler*innen, berichten über Konzerte und Festivals im Sendegebiet, kommentieren aktuelle Ereignisse im Musikleben, und stellen neue Musik vor.

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Hier dreht sich alles um Klassik: im Treffpunkt Klassik von SWR2 sprechen wir mit Künstler*innen, berichten über Konzerte und Festivals im Sendegebiet, kommentieren aktuelle Ereignisse im Musikleben, und stellen neue Musik vor.

Goebel zum 70. Seine Tripelkonzert-Analyse

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Der Dirigent und Geiger Reinhard Goebel wird am 31. Juli 70 Jahre alt. In seiner für SWR2 produzierten 5-teiligen Beethoven-Reihe gibt er am Beispiel von fünf Werken Einblicke in sein ganz persönliches Beethoven-Verständnis. Dabei bürstet er auch schomal liebgewonnene Denk- und Hörgewohnheiten gegen den Strich. In dieser letzten Folge verortet er das von Interpreten allzu oft missverstandene „Tripelkonzert“ im Kontext der Aufführungspraxis zu Beethovens Zeit.

Jul 29 2022

5mins

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Finnische Musikfestivals nach Corona

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Finnische Festivals erwachen aus dem Corona-Schlaf. In diesen hellen Julinächten zog es wieder Musikliebhaber aus In – und Ausland ins ostfinnische Savonlinna zu den größten Opernfestspielen Nordeuropas oder in die Heimat von Wildrentieren, Wölfen und Bären zum Kammermusikfestival in Kuhmo in der Region Kainuu. Ungewöhnliche Spielorte, ein spannungsreiches Programm sowie unbekannte und prominente Künstler garantierten ein Musikerlebnis besonderer Art. Unsere Mitarbeiterin Hildburg Heider lebt in Ostfinnland und hat die Festspiele von Kuhmo und Savonlinna besucht.

Jul 29 2022

7mins

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Es ist so heiß

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​Erstaunlich, aber wahr: Die brütende, lähmende Juli-Hitze hat Lars Reichow zu einem Song inspiriert! Reichow träumt von Eiswürfeln, sucht Abkühlung im Keller und sehnt sich nach lauen Lüftchen. In „Es ist so heiß“ besingt er die Beschwerlichkeiten des Sommers – und die mögliche Leichtigkeit des Seins.

Jul 29 2022

3mins

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Cornelius Meister dirigiert den neuen Bayreuther Ring

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„Ich bin den legendären Marathon in Stuttgart bei 36 Grad gelaufen, da halte ich auch einen Ring durch!“

Quelle: Cornelius Meister, GMD der Oper Stuttgart

Wie er mit der Hitze im Festspielhaus umgeht, und was ihn am Ring, den er bereits seit vielen Jahren gut kennt, besonders reizt berichtet Meister in einer Bayreuther Probenpause.

Jul 29 2022

9mins

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Das SWR Vokalensemble singt live im ARD-Radiofestival

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Am Donnerstag, 28. Juli singt das SWR Vokalensemble beim Festival Rhein vokal. Das Konzert wird live im ARD-Radiofestival übertragen. Einer der Programmpunkte ist die doppelchörige Messe von Frank Martin – eine der leuchtendsten und hellsten Chorwerke, die die A-cappella-Literatur des 20. Jahrhunderts zu bieten hat. Dazu hat Chefdirigent Yuval Weinberg Chorwerke von Claude Vivier, Max Reger und Helmut Lachenmann ausgewählt. Dorothea Bossert hat mit ihm über dieses beziehungsreiche Programm gesprochen.

Jul 28 2022

5mins

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Der Mannheimer Generalmusikdirektor Alexander Soddy nimmt Abschied

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„Wir haben in den letzten sechs Jahren die richtige Entwicklungskurve gemacht und sind zusammengewachsen.“

Quelle: Alexander Soddy, Mannheimer GMD

Soddy blickt zurück auf prägende und beglückende Erfahrungen mit seinem Orchester und Ensemble. In Mannheim habe er Zeit gehabt, sein Handwerk zu lernen und zu vertiefen, sagt der längst auch international begehrte britische Dirigent.

Jul 28 2022

7mins

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Eine interaktive musikalische Reise durch das KZ Theresienstadt

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„Es geht mir darum, dass der Blick weggelenkt wird davon, dass der Holocaust nur ein furchtbares schwarzes Loch ist, in dem sechs Millionen Juden umgebracht wurden. In fast allen Lagern gab es Kultur. Es ist mir ganz wichtig, diesen Aspekt herauszugreifen, aus diesem riesigen, grauenvollen Berg und zu sagen: Hier ist etwas, das nur wenige wissen und das so wichtig ist, dass man sich daran erinnert!"

Quelle: Daniel Grossmann, künstlerischer Leiter des Projekts

Das Orchester hat dafür Viktor Ullmanns letzte Komposition eingespielt, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden ist. Viktor Ullmann wurde 1944 im KZ Auschwitz umgebracht.
Am vergangenen Wochenende haben sich die Musiker*innen an verschiedenen Orten in Terézin beim Spielen filmen lassen.

Komplexe Musik bildhaft erfahrbar

Auf der e-learning-Plattform sollen zu den Musikaufnahmen und Bildern des Jewish Chamber Orchestra Munich Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Theresienstadt kommen und weitere Materialien, die die Gedenkstätte Terézín zur Verfügung stellt.

„Die Musik, die hier entstanden ist, ist eine ziemlich komplexe Musik, sagen wir mal: Nicht süffig-leicht zu konsumieren. Und ich glaube, dass die Bilder dann auch jungen Menschen, die vielleicht nicht mit klassischer Musik vertraut sind, helfen sich dieser Musik zu öffnen. Und auch diesen Transfer zu verstehen, dass diese Musik wirklich hier entstanden ist.“

Quelle: Daniel Grossmann

Im September sollen erste Schulen die Lernplattform testen, ab November soll sie dann international frei zur Verfügung stehen.

Jul 28 2022

6mins

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Ein Haus für Geflüchtete: Der Pforzheimer Musikschulleiter Andreas Michel

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„Die Musik ist ein Heilmittel, weil die Menschen beim Musizieren Erinnerungen und positive Emotionen empfinden können.“

Quelle: Andreas Michel, Musikschulleiter in Pforzheim

Der Leiter der Pforzheimer Musikschule blickt zurück auf ein bewegendes Schulhalbjahr. Binnen kurzer Zeit hat seine Schule zahlreiche geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine integriert und ihnen dank der Unterstützung einer ortsansässigen Stiftung kostenlosen Instrumentalunterricht ermöglicht.
Spezielle Kinderbetreuungsangebote sowie die Neugründung eines ukrainischen Kinderchors runden das beeindruckende Engagement ab.
Auch während der Sommerferien werde seine Schule für die Geflüchteten offen bleiben, sagt Andreas Michel in SWR2.

Jul 27 2022

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Eine opulente CD-Box: Serge Diaghilew – „Ballets Russes“

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Das Plattenlabel Warner Classics erinnert an diesen genialen Dilettanten, der mit seinen Ballets Russes Anfang des 20. Jahrhunderts ein folgenreiches Gesamtspektakel der Künste entfesselte: Bildende Künstler, Komponisten, Dichter und Choreografen stellten sich in den Dienst des Tanzes.

Ein ambitioniertes und avantgardistisches Lebenswerk

Der russische Impresario brachte bis 1929, seinem Todesjahr, bei den 20 Jahre lang existierenden Original-Ballets Russes die unglaublich anmutende Anzahl von 65 Produktionen heraus. An denen war stets nur die Avantgarde der damaligen Künstler beteiligt. Allein die Ausstatterliste versammelt unter anderem Picasso, Giacomo Balla, Henri Matisse, George Braque, Juan Gris und George Rouault.
Von diesem tönenden Erbe künden jetzt 22 CDs. SWR2-Rezensent Manuel Brug hat sich durch die opulente Box durchgehört und lobt sie als eine „Wundertüte für Bekanntes und Ausgefallenes“.

Jul 27 2022

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Klassikerklärer Dariusz Szymanski #2: Beethoven Sinfonie Nr.5

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Dariusz Szymanski bezeichnet sich selbst als Klassik-Nerd. Mit Leidenschaft und Originalität weckt der aus Polen stammende Musikwissenschaftler und Werbetexter in wenigen Minuten Begeisterung für Musik. Seit vielen Jahren teilt er auf unterhaltsame Weise sein Wissen mit dem interessierten Konzertpublikum im Festspielhaus Baden-Baden. In unserer Sommerreihe entdeckt er Melodien, erklärt ihre Schönheit, lässt sie schnell zum Ohrwurm werden und erzählt Geschichten dazu. In der zweiten Folge bürstet er den Beginn des Finalsatzes aus Beethovens 5. Sinfonie gegen den Strich und hat Sinn für Unsinn.

Jul 27 2022

2mins

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„Time Machine“: Freiburger Barockorchester im Techno Club

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„Die Rhythmen und das Metrum, das total groovt – das hat man bei Barockmusik, aber auch bei Techno.“

Quelle: Geigerin des Freiburger Barockorchesters

Das Hans-Bunte-Areal in Freiburg ist bisher vor allem Freund*innen der elektronischen Tanzmusik ein Begriff. Jetzt hat zum ersten Mal das Freiburger Barockorchester dorthin eingeladen: „Time Machine“ hieß der Abend, den eine Gruppe von Mitgliedern des Freiburger Barockorchesters gemeinsam mit jungen musikbegeisterten Menschen entwickelt hatte.
Eine Zeitreise durch Barockmusik und Techno – Christiane Peterlein war im Publikum mit dabei.

Jul 26 2022

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Eva Rieger über ihr neues Buch „Isolde. Richard Wagners Tochter“

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Eigentlich war Isolde von Bülow, geboren am 10. April 1865, die Lieblingstochter ihrer Mutter Cosima. Für ihren leiblichen Vater Richard Wagner war sie sein „wunderliches Wunderkind“. Sie dichtete und komponierte schon als Dreizehnjährige, gestaltete Theaterkostüme, und die Feministin Malwida von Meysenbug, eine Freundin der Familie, empfahl die Ausbildung ihres „starken hellen Soprans“.

Für Richard Wagner, den Vater, war sie „Cenerentola“ – das Aschenputtel, ein Kind zweier Welten und ein „wunderliches Wunderkind“.“

Quelle: Eva Rieger, Autorin

Auch Cosima wollte für ihre Tochter nur das Beste – nämlich eine gute Partie. Die war der Musiker und Dirigent Franz Beidler, den Isolde im Dezember 1900 heiratete, nicht. Ihm fehle die „vornehme Gesinnung“ – so Cosima, die ihn nach guter Zusammenarbeit vom Bayreuther Hügel verbannte, als er sich weigerte, einen Dirigiertermin zu übernehmen.
Isolde rächte sich, als sie der Mutter zukommen ließ, ihr geliebter Sohn Siegfried sei homosexuell – damals ein schweres Vergehen. Die Folge: Isolde wurde die Herkunft als Tochter Richard Wagners aberkannt und ihr Sohn damit enterbt. Eine beispiellose Schlammschlacht begann.
Es ist die Geschichte der erstgeborenen Tochter von Cosima und Richard Wagner. Am Ende wird sie von ihrer Mutter verstoßen und scheitert. Was für ein Leben, über das Eva Rieger im Gespräch mit SWR2 erzählt.

Jul 26 2022

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Lauren Newton erhält Landesjazzpreis für ihr Lebenswerk

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Die Sängerin Lauren Newton wird mit dem Sonderpreis des Landesjazzpreises für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Newton wurde 1952 in den USA geboren und wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf, in der sowohl klassische Musik als auch Jazz zum Alltag gehörten. Eine Synthese aus diesen beiden Musikwelten sollte später ihr musikalisches Spektrum prägen. Julia Neupert mit einem Porträt.

Jul 26 2022

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Thomas Seedorf: Enrico Caruso - Tenor des Jahrhunderts

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Enrico Caruso gilt bis heute als überragender Sänger und als Inbegriff des italienischen Tenors. Ein neues Buch des Freiburger Musikwissenschaftlers Thomas Seedorf beschäftigt sich damit, wie aus dem Arbeiterkind aus Neapel ein Weltstar wurde. SWR2-Rezensentin Daniela Ziemann findet: Wer Insiderwissen über Caruso sucht, der findet hier alles, was er braucht.

Jul 25 2022

5mins

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Zum Auftakt der Bayreuther Festspiele: Wer sind Tristan und Isolde?

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Wagners rauschhaftes Musikdrama geht auf den Versroman von Gottfried von Straßburg zurück

Möglicherweise gab es eines der bedeutendsten Liebespaare der Operngeschichte wirklich. In südenglischen Cornwall, beim kleinen Ort Castledor, steht eine Steinstele aus dem 6. Jahrhundert. Eine Inschrift weist sie als Grab eines gewissen Drustan aus, keltisch für Tristan. Und in Dublin gibt es ein Rasenstück nahe dem Fluss Liffey mit der Bezeichnung „Isolde’s Tower“ – „Isoldes Turm“.
Unsterblich ist das Paar „Tristan und Isolde“ jedenfalls als ehebrecherisches Seitenstück der mittelalterlichen Literatur um König Arthus geworden und durch den großen Versroman des Gottfried von Straßburg. Auf Letzteren geht Richard Wagners außerordentliches und rauschhaftes Musikdrama „Tristan und Isolde“ zurück. Es ist nahezu eine Selbstanalyse, denn es besitzt einen biografischen Anlass.

In seiner Menage à trois mit den Wesendoncks erkennt Wagner die Tristan-und-Isolde-Konstellation

Nach seiner gescheiterten Revolutionsbeteiligung von 1848 geht der steckbrieflich gesuchte Wagner ins Schweizer Exil. Dort quartiert der sich beim vermögenden, kunstfördernden Tuchhändler Otto Wesendonck ein und verliebt sich in dessen Frau Mathilde. So entspinnt sich eine merkwürdige, größtenteils unerfüllte Menage à trois, in der Wagner exakt die Tristan-und-Isolde-Konstellation erkennt.
Das selbst gedichtete Musikdrama komponiert er in Zürich, Venedig und Luzern zwischen 1856 und 1859, nachdem das Verhältnis mit den Wesendoncks auch gesellschaftlich nicht mehr tragbar ist. Im Untertitel nennt Wagner sein Werk erstaunlicherweise eine „Handlung in drei Aufzügen“. Erstaunlich deshalb, weil eigentlich nicht viel passiert und das Ganze eine klangliche Beschreibung eines inneren, weltflüchtigen Zustands von Lustgewinn und Todestrieb ist.

Tristan findet: Isolde ist die ideale Gattin seines Onkels

Das Entscheidende geschieht in einer Vorgeschichte, die nur erzählt wird: Cornwall ist gegenüber Irland steuerpflichtig, will aber nicht zahlen. Herr Morold aus Irland will den Zins einholen. Cornwalls König Marke schickt nun seinen Neffen Tristan in den Unabhängigkeitskampf. Der erschlägt kurzerhand Morold, wird aber selbst schwer verwundet. Ausgerechnet Morolds Verlobte Isolde findet ihn und pflegt den Unbekannten gesund. Es kommt, wie es kommen muss: die beiden entbrennen in heftiger Leidenschaft zueinander und Isolde verzichtet sogar beim schließlich erkannten Mörder des Verlobten auf Rache.
Jetzt passiert Tristan aber eine geradezu Freud‘sche Fehlleistung. Er kommt auf die Idee, Isolde sei die ideale Gattin seines Onkels. So hält er sie sich ferne und nah zugleich. Isolde kann auch nicht anders und sagt zu. Damit ist der Konflikt des Musikdramas klar: eine in den diesseitig bestimmten Gesellschaftsbedingungen unerfüllbare Liebe.

Nur im Tod findet das Paar seine Erlösung

Gegenüber dem Lustgewinn obsiegt der Todestrieb - um es mit Sigmund Freud zu formulieren, den Wagner natürlich noch nicht kennen konnte. Nur im Tod wird das Paar seine bei Wagner so typische Erlösung finden. Und diese Art der Erlösung entnimmt er seiner damaligen Lektüre von Arthur Schopenhauers Schrift „Die Welt als Wille und Vorstellung“.
Was diese pessimistische Philosophie postuliert, ist pure Weltverleugnung. Erst in der buddhistischen Haltung eines Eingangs ins bedeutungslose und willenlose Nichts wird Erfüllung erreicht.
Das komponiert Wagner am Schluss von „Tristan und Isolde“: der Tod hat allen Schrecken verloren und ist rauschhafter Eingang ins Nirwana. „Isoldes Liebestod“ heißt so, weil es die Konvention so will, gemeint ist aber, wovon sie singt:

 „In dem wogenden Schwall, in dem tönenden Schall, in des Welt-Atems webendem All – ertrinken, versinken – unbewusst – höchste Lust!“  

Quelle: Aus: „Isoldes Liebestod“

Das ist pure sinnliche Überwältigung einer das „Hier und Jetzt“ übersteigenden Liebe

Jul 25 2022

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These und Tabu: Meyerbeer nach Bayreuth!

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Giacomo Meyerbeer, einer der erfolgreichsten Opernkomponisten seiner Zeit, hatte Richard Wagners Genie früh erkannt, ihn protegiert und unterstützt. Wagner dankte seinem Ziehvater mit einer fürchterlichen Schmähschrift. Meyerbeer verschwand in der Nazi-Zeit von allen Spielplänen. Der Berliner Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov hat die Verbindungen beider Komponisten untersucht und kommt zu dem Schluss: Spielt Meyerbeers Werke auf dem Grünen Hügel! Die Grand Opéra gehört ins Festspielhaus von Bayreuth!

Jul 25 2022

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Eva Sauter: Mondnacht

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Einmal im Monat heißt es in SWR2 Treffpunkt Klassik: „Bühne frei“ für Eva Sauter. Die 25-jährige Singer-Songwriterin studiert an der Popakademie Mannheim und hat von SWR2 die Aufgabe gestellt bekommen, auf Klassiker der romantischen Lied-Tradition mit dem Blick von heute zu schauen. Zum Sprungbrett für die eigene Phantasie wird Eva Sauter diesmal eines der berühmtesten Gedichte der deutschen Romantik: die „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff

Jul 22 2022

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„Hör doch endlich zu!“ Zum Tod des Komponisten Hans-Joachim Hespos

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Opposition und Störung gehörten zu seinem musikalischen Grundwortschatz: Hans-Joachim Hespos konfrontierte sein Publikum gerne mit skurrilen szenischen Aktionen oder Klängen, die sich an der akustischen Schmerzgrenze bewegen. Der 1938 in Emden geborene Komponist eckte mit seiner offensiven Art immer wieder an, erfuhr aber mindestens genauso viel Bewunderung. Denn hinter den extremen Aktionen verbargen sich oft kreative und visionäre Gedanken. Am 18. Juli ist Hans-Joachim Hespos im Alter von 84 Jahren gestorben. Leonie Reineke mit einem Nachruf.

Jul 22 2022

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Die russische Pianistin und Klassik-Bloggerin Anna Khomichko

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„Ich möchte auch über die Probleme reden, die wir Frauen in der klassischen Musikwelt haben“, sagt Anna Khomichko. Die junge Pianistin bezeichnet sich selbst als „Klassik-Bloggerin“ und spricht in SWR2 über ihre Youtube- und Instagram-Aktivitäten, mit denen sie sich vor allem an junge Menschen richten möchte. Da sie ukrainisch-belarussische Wurzeln hat und in Russland aufgewachsen ist, macht sie derzeit aber vor allem ein Thema betroffen: der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Einreise in ihr Heimatland ist ihr seitdem verwehrt, denn sie sagt: „Selbstverständlich bin ich gegen diesen Krieg.“ Am 22. Juli gastiert sie mit einem Solo-Programm beim Mainzer Musiksommer.

Jul 22 2022

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Blackfacing-Skandal bei Anna Netrebko – „Mir reichts!“

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Ein lang diskutiertes Thema

Liebe Anna Netrebko, liebe Arena di Verona, liebes Publikum,
mir reicht’s. Wie oft haben wir dieses Thema jetzt schon diskutiert? Wie viele von Rassismus betroffene Expert*innen haben protestiert und in der Vergangenheit unbezahlte Bildungsarbeit geleistet?

Blackfacing ist rassistisch!

Wie viele von ihnen haben mit schier endloser Geduld und bemerkenswertem Langmut ahnungslos spielende weiße Menschen wieder und wieder – und wieder! – darauf hingewiesen, dass es rassistisch ist, wenn sie sich auf der Opernbühne die Gesichter schwarz oder braun anmalen? Diese Menschen – oft sind es Schwarze Frauen – setzen sich dabei jedes Mal aufs Neue einer gewalttätigen Öffentlichkeit aus, die sie angreift, verletzt und bedroht, weil außer ihnen am Ende kaum jemand an die Front geht.

Selbes Problem wie vor fünf Jahren

Schon 2017 haben Schwarze Expert*innen wie die Musikwissenschaftlerin und Opernforscherin Imani Mosley Anna Netrebko für ihr Blackfacing in der Rolle von Giuseppe Verdis „Aida“ in Verona kritisiert, und schon damals schrieb Mosley: „Oh gosh, jetzt müssen wir wieder da durch, es ist immer dasselbe.“ Das ist jetzt fünf Jahre her. Und heute? Ihr, liebe Arena di Verona und alle Beteiligten, Ihr macht einfach genauso weiter wie zuvor.

Institutioneller Rassismus hat Folgen für diskriminierte Künstler*innen

Die Schwarze Sängerin Angel Blue sieht sich durch euren erneuten Rassismus deshalb dazu gezwungen, ihr Debüt bei euch abzusagen, auf das sie sich nach eigenen Angaben sehr gefreut hatte. Wieder führt institutioneller Rassismus dazu, dass sich diskriminierte Künstler*innen in ihrem Arbeitsumfeld nicht sicher fühlen. Und Anna Netrebko und das Ensemble um sie herum singen währenddessen fröhlich weiter und verdienen sich eine goldene Nase. Findet ihr das gut?

„Etwas zu verändern ist sehr schwer für uns“

Das Ganze zeigt, dass nicht nur Sie, Anna Netrebko, offensichtlich nichts dazu gelernt haben, sondern, was vielleicht noch viel erschreckender ist, auch Verona nicht – eine durchaus nicht unwichtige Institution der Opernwelt. Auf die Kritik, die euch diese und vergangene Woche zurecht entgegengeschlagen ist, habt ihr in erschütternd ignoranter Weise geantwortet: Die Arena di Verona sei ein „theatrales Museum“, und deshalb würdet ihr die Inszenierung des konservativ katholischen Regisseurs Franco Zeffirelli so originalgetreu wie nur möglich spielen. „Etwas zu verändern ist sehr schwer für uns“, hat eure Sprecherin in einem Interview gesagt.

Eine Frage des Willens

Ist das euer Ernst? Es tut mir leid, aber diese Aussage ist schlicht und ergreifend falsch. Es stimmt nicht, dass euer Team nicht in der Lage ist, etwas zu ändern – denn das seid ihr. Fakt ist: Ihr wollt nicht. Und das ist der eigentliche Skandal. Eine Anna Netrebko kann keine Aida of Colour sein – auch wenn sie das gern behauptet –; sie ist immer weiß, ob in Blackface oder nicht. Ihr haltet wissentlich an dieser rassistischen Inszenierung fest und reproduziert sie wieder und wieder – angeblich der lieben Tradition wegen.

Andere Häuser ändern auch ihre Programme

Lasst es mich abschließend so direkt sagen: Wenn diese Tradition nicht ohne Rassismus und Diskriminierung auskommt, dann ist sie Müll. Sie bedeutet Ignoranz, Unsichtbarmachung und Unterdrückung von Menschen, die Rassismus erfahren. Immer mehr Häuser checken das und ändern ihre Programme. Dass ihr so tut, als gehe euch das alles nichts an, ist Selbstbetrug: Ihr habt kein Problem – ihr seid das Problem.

Jul 21 2022

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